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Das Dashboard der Gemeindewahlen stellt relevante Statistiken zu Südtirols Lokalpolitik einfach und verständlich dar. Es vereint die Daten verschiedener öffentlicher Einrichtungen auf einer Plattform und als Zeitverlauf. So ermöglicht das Dashboard, Trends zu erkennen oder Vergleiche zu ziehen, um sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Zudem werden Schwerpunkte wie die Geschlechterverteilung oder Sprachgruppen in der Gemeindepolitik beleuchtet.
Die Gemeindepolitik ist ein zentraler Baustein der Demokratie in Südtirol. Sie ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern, die Politik aktiv und unmittelbar zu beeinflussen. Die analysierten Daten veranschaulichen, inwiefern diese Mitgestaltungschancen von der lokalen Bevölkerung tatsächlich genutzt werden. Dazu werden die Trends der Wahlbeteiligung, der Anzahl an Kandidaturen für gemeindepolitische Ämter, der ungültigen Stimmen sowie der parteipolitischen Vielfalt in den Südtiroler Gemeinden im Zeitraum von 2000 bis 2025 visualisiert.
Die Jahresangaben sind Stichjahre, in denen die letzten unterjährigen Gemeindewahlen berücksichtigt werden, sofern die jeweilige Gemeinde nicht am regulären Hauptwahltermin teilgenommen hat.
Datenquelle: Amtliche Wahlergebnisse und Kandidierendenlisten der Autonomen Region Trentino‑Südtirol.
Die Wahlbeteiligung zeigt den Anteil der Wahlberechtigten, die tatsächlich an der Wahl teilgenommen haben.
Seit dem Jahr 2000 ist in Südtirol ein kontinuierlicher Rückgang der Wahlbeteiligung bei den Gemeindewahlen zu beobachten. Ein vergleichbarer Abwärtstrend zeigt sich auch bei Europa- und Landtagswahlen. Dabei liegt die Beteiligung an den Landtagswahlen stabil über jener der Gemeindewahlen, während die Teilnahme an Europawahlen durchgängig unter dem Niveau der Gemeindewahlen bleibt.
Die Anzahl der Kandidierenden für das Bürgermeisteramt und den Gemeinderat ergibt sich aus der Summe aller Gemeinden und Städte Südtirols.
Die Zahl der Kandidaturen für gemeindepolitische Ämter zeigte bis 2010 einen ansteigenden Trend, bevor sie in den Folgejahren kontinuierlich zurückging und 2025 mit insgesamt 4.372 Kandidierenden ihren bisherigen Tiefstand erreichte. Auffällig ist, dass bereits 2005 der Höchstwert an Bürgermeisterkandidaturen registriert wurde (846 Personen). Im Jahr 2010 verringerte sich diese Zahl jedoch um nahezu 400. Parallel dazu kam es im selben Jahr zu einer markanten Verschiebung innerhalb der gemeindepolitischen Bewerbungen, indem die Zahl der Gemeinderatskandidaturen 2010 um knapp 500 Personen anstieg.
Die Grafik zeigt die Zahl der Gemeinden, in denen sich nur eine Person für das Bürgermeisteramt zur Wahl stellte.
Zwischen 2005 und 2020 hat sich die Anzahl der Gemeinden mit nur einer bzw. einem Bürgermeisterkandidierenden mehr als verdreifacht. Ein leichter Rückgang wurde im Jahr 2025 verzeichnet.
Die Anteile im Radardiagramm beziehen sich auf die Anzahl der Gemeinden, in denen bei den Gemeindewahlen jeweils nur eine Bürgermeisterkandidatin bzw. ein Bürgermeisterkandidat antrat, gegliedert nach Bezirksgemeinschaften.
Die auf der zweiten Seite dargestellte Südtirol-Landkarte visualisiert jene Gemeinden mit einer bzw. einem Bürgermeisterkandidierenden farblich. Die schwarzen Umrandungen kennzeichnen die Bezirksgemeinschaften.
Im Zeitraum von 2000 bis 2025 trat in mehr als einem Fünftel aller Gemeindewahlen genau eine Person zur Wahl für das Bürgermeisteramt an. Besonders ausgeprägt ist dieses Muster im Burggrafenamt, wo über ein Drittel der Wahlen von nur einer bzw. einem Kandidierenden bestritten wird. Verglichen mit der Bezirksgemeinschaft Pustertal, welcher gleich viele Gemeinden angehören und ebenso viele einzelne Gemeindewahlen abgehalten wurden, tritt hierbei nur rund ein Fünftel der Gemeinden mit nur einer bzw. einem Bürgermeisterkandidierenden zu den Wahlen an.
In Laurein stand in allen untersuchten Stichjahren jeweils nur eine Person zur Wahl des Bürgermeisteramts. Ähnlich verhielt es sich in Schenna, wo in fünf der sechs Stichjahre ebenfalls nur eine Kandidatin bzw. ein Kandidat antrat. Auch St. Martin in Thurn verzeichnete in fünf von sechs Stichjahren lediglich eine Kandidatin bzw. einen Kandidaten. Darüber hinaus stellten weitere sechs Gemeinden der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt, drei Gemeinden im Pustertal sowie zwei Gemeinden im Vinschgau in jeweils vier der sechs betrachteten Stichjahre nur eine Kandidatin bzw. einen Kandidaten.
Die Liniendiagramme stellen die Wahlbeteiligung der Gemeinden nach Anzahl der Kandidierenden dar. Die Wahlbeteiligung basiert auf dem Anteil der Wahlberechtigten, die tatsächlich gewählt haben.
Die Wahlbeteiligung sinkt über den beobachten Zeitraum, unabhängig von der Anzahl der Kandidierenden. Jedoch ist die Wahlbeteiligung bei mehreren Kandidierenden bis zu 4,8 Prozent höher als bei einer bzw. einem Kandidierenden.
In Gemeinden mit weniger als 15.000 Einwohnern wird die Liste getrennt von den Bürgermeisterkandidierenden gewählt. Die Liniendiagramme visualisieren die Anteile ungültiger Stimmzettel (inklusive weißer Stimmzettel) bei einer oder mehreren Listen.
Der Anteil ungültiger Stimmzettel bei Antritt einer Liste lag bei den Wahlen in Wengen im Jahr 2000 sowie bei Corvara und St. Pankraz im Jahr 2020 bei über 20 Prozent. Diese Anteile stellen, verglichen mit den anderen Gemeinden, Ausreißer dar, womit die Ergebnisse verzerrt werden. Deshalb kann zwischen Ergebnissen „Ohne Ausreißer“ und „Mit Ausreißer“ gewählt werden.
Der Anteil ungültiger Stimmzettel in Gemeinden mit weniger als 15.000 Einwohnern weist einen weitgehend ähnlichen Trend auf, unabhängig davon, ob eine einzelne Liste oder mehrere Listen zur Wahl standen. Insbesondere in den Jahren 2015 und 2020 ist ein deutlicher Anstieg ungültiger Stimmen zu beobachten, der gleichermaßen in Gemeinden mit Einzellisten wie in solchen mit mehreren Listen auftritt. Dennoch zeigt sich, dass der Anteil ungültiger Stimmzettel tendenziell höher ausfällt, wenn eine Liste kandidiert.
In Gemeinden mit mehr als 15.000 Einwohnern, darunter Bozen, Brixen, Bruneck (ab 2015), Leifers und Meran, werden Rat und Bürgermeisterin bzw. Bürgermeister mit einem Stimmzettel gewählt.
Deshalb werden in großen Gemeinden die ungültigen Stimmzettel und davon weiße Stimmzettel der Bürgermeisterwahl visualisiert.
In den Stichjahren 2000 und 2015 waren mehr als 4,5 Prozent der Stimmzettel ungültig und mehr als 1,5 Prozent davon weiß. Im Jahr 2025 wurde das Minimum an ungültigen sowie weißen Stimmzetteln in der betrachteten Zeitspanne verzeichnet.
Die Parteienvielfalt wird anhand der Anzahl von Gemeinden, in welchen die Partei bzw. die von Eurac Research zusammengefasste Gruppe kandidiert hat, visualisiert.
Es wird zwischen kleinen Gemeinden mit weniger als 15.000 Einwohnern und großen Gemeinden mit mehr als 15.000 Einwohnern, darunter Bozen, Brixen, Bruneck (seit 2015), Leifers und Meran, unterschieden.
Kandidierende Parteien stellen sich oftmals nicht in beiden Gemeindegrößenklassen zur Wahl. Lega und Fratelli d’Italia kandidierten zunächst nur in großen Gemeinden, bevor sie ebenso in kleinen Gemeinden antraten. Grüne-Verdi-Vërc, Süd-Tiroler Freiheit, Südtiroler Volkspartei und Partito Democratico kandidierten bereits bei erstmaligem Auftreten innerhalb der Zeitspanne in beiden Gemeindegrößenklassen. Das Team K ist nur in großen Gemeinden vertreten, während die Freiheitlichen, welche in den kleinen Gemeinden immer vertreten sind, im Jahr 2000 und 2025 in keiner großen Gemeinde zur Wahl standen.
Der Anteil an Sitzen der Parteien in den Gemeinderäten bezieht sich auf die Summe aller Mitglieder der Gemeinderäte Südtirols.
In den Gemeinderäten Südtirols sind vorwiegend die Südtiroler Volkspartei und Bürgerlisten vertreten und stellen die zwei größten Parteigruppen dar. In den Stichjahren 2000 und 2005 bildet die von Eurac Research zusammengefasste Gruppe „Sonstige Parteien“, welche aus Parteien wie Noi per l’Alto Adige, Union für Südtirol/Bürgerunion für Südtirol, Unitalia, sonstige italienische Mitte-Linksparteien und sonstige italienische Mitte-Rechtsparteien, die drittstärkste Gruppe. Im Stichjahr 2010 erhöht sich die Parteiendiversität und die Freiheitlichen werden drittstärkste Partei. Ab 2015 besetzt, außer der Südtiroler Volkspartei und den Bürgerlisten, keine weitere Partei bzw. zusammengefasste Gruppe mehr als 3,6 Prozent der Gemeinderatssitze Südtirols. Bis 2025 wird die Süd-Tiroler Freiheit zur drittstärksten und Grüne-Verdi-Vërc zur viertstärksten Partei.
Die gewählten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind den einzelnen Parteien bzw. von Eurac Research zusammengefassten Gruppen zugeordnet. Es wird zwischen kleinen Gemeinden mit weniger als 15.000 Einwohnern und großen Gemeinden mit mehr als 15.000 Einwohnern, darunter Bozen, Brixen, Bruneck (seit 2015), Leifers und Meran, unterschieden.
In kleinen Gemeinden wurden über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg mindestens 94 Bürgermeisterkandidierende der Südtiroler Volkspartei gewählt. Ab dem Stichjahr 2015 verzeichneten Kandidierende der Bürgerlisten einen höheren Wahlerfolg.
Im Vergleich dazu wurden in den großen Gemeinden Bürgermeisterinnen bzw. Bürgermeister der Grünen Verdi Vërc sowie des Partito Democratico gewählt. Kandidierende der Südtiroler Volkspartei stellten zwischen 2000 und 2020 in jeweils mindestens zwei großen Gemeinden die Bürgermeisterin bzw. den Bürgermeister. Im Stichjahr 2025 wurden in vier der fünf großen Gemeinden Bürgermeisterkandidierende der Südtiroler Volkspartei gewählt.
Obwohl die Bevölkerung Südtirols aus nahezu gleich vielen Frauen und Männern besteht, ist die Geschlechterverteilung in Südtirols Gemeindepolitik unausgewogen. Die visualisierten Daten veranschaulichen, wie sich Kandidaturen, Wahlerfolge und errungene Mandate von Frauen und Männern im Gemeinderat und Bürgermeisteramt entwickelt haben. Dafür wurden die Daten sowohl auf allgemeiner Ebene als auch Parteiebene für den Zeitraum 2000 bis 2025 analysiert.
Die Jahresangaben sind Stichjahre, in denen die letzten unterjährigen Gemeindewahlen berücksichtigt werden, sofern die jeweilige Gemeinde nicht am regulären Hauptwahltermin teilgenommen hat.
Datenquelle: Amtliche Wahlergebnisse und Kandidierendenlisten der Autonomen Region Trentino‑Südtirol.
Die Anteile der Geschlechter im Gemeinderat und im Bürgermeisteramt wurden auf Basis absoluter Zahlen auf Landesebene berechnet. Bei der Berechnung der Geschlechteranteile im Gemeinderat sind Bürgermeisterinnen und Bürgermeister mitberücksichtigt.
Sowohl in den Gemeinderäten als auch in den Bürgermeisterämtern überwiegt der Männeranteil. Gleichzeitig ist über den gesamten Beobachtungszeitraum ein kontinuierlicher Anstieg des Frauenanteils zu verzeichnen.
Ab 2005 stellten Frauen rund ein Fünftel, ab 2015 ein Viertel und im Jahr 2025 nahezu ein Drittel der Mitglieder der Gemeinderäte. Ins Bürgermeisteramt wurden im Stichjahr 2025 insgesamt 17 Bürgermeisterinnen und 99 Bürgermeister gewählt.
Die Grafik zeigt den durchschnittlichen Frauen- und Männeranteil in den Kandidatenlisten der Südtiroler Gemeinderäte.
Frauen sind auf den Kandidatenlisten der Gemeinderäte unterrepräsentiert. Der Trend der letzten Jahrzehnte geht aber hin zu einer ausgewogeneren Geschlechterverteilung – auch durch gesetzliche Gleichstellungsmaßnahmen:
Die regionale Quotenregelung (Regionalgesetz vom 22. Dezember 2004, Nr. 7) legte fest, dass beide Geschlechter auf den Kandidatenlisten vertreten sein müssen und keines der beiden mit mehr als zwei Drittel der Höchstzahl der Bewerbenden vertreten sein darf.
Im Jahr 2022 wurde die Quotenregelung überarbeitet (Änderungsantrag zum Gesetzesentwurf Nr. 19/XVI „Gleichberechtigung von Frauen und Männern beim Zugang zu Wahlämtern“) und festgelegt, dass in den Kandidatenlisten keines der beiden Geschlechter mit mehr als zwei Drittel der Kandidierenden vertreten sein darf. Damit bezieht sich die Quotenregelung auf die effektive Anzahl der Personen, die auf einer Liste kandidieren.
Die Anteile der Vorzugsstimmen wurden auf Grundlage der absoluten Zahl der auf Landesebene abgegebenen Vorzugsstimmen berechnet.
Die Anteile an Vorzugsstimmen der beiden Geschlechter spiegeln einen ähnlichen Trend wie jene der Kandidierenden (siehe vorherige Grafik) wider. Der Anteil an Vorzugsstimmen für Frauen steigt über den beobachteten Zeitraum kontinuierlich an, während jener für Männer abnimmt.
Bei Auswertung der absoluten Zahlen wurden im Stichjahr 2025, unabhängig vom Geschlecht, um gerundet 52 Tausend Vorzugsstimmen weniger vergeben als im Stichjahr 2000. Mit Blick auf die Geschlechter erlangten Frauen, in diesem Vergleich der Stichjahre, um 70 Tausend mehr Vorzugsstimmen, während Männer gerundet 122 Tausend weniger Vorzugsstimmen erhielten.
Die Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen dem Anteil der zur Wahl stehenden Frauen und Männer und der Zusammensetzung der Gemeinderäte für die einzelnen Gemeinden.
Die einzelnen Seiten visualisieren die Stichjahre.
Im Beobachtungszeitraum nähern sich die Geschlechteranteile bei den Kandidaturen zu Gemeinderatswahlen kontinuierlich an. Ein vergleichbarer Annäherungsprozess zeigt sich ebenso in der Zusammensetzung der Gemeinderäte.
Im Jahr 2000 zeigen sich sowohl bei den Kandidaturen als auch in der Zusammensetzung der Gemeinderäte stark unausgewogene Geschlechterverhältnisse. Der Anteil weiblicher Kandidierender liegt überwiegend zwischen 10 und 30 Prozent. In den Gemeinderäten sind Frauen meist mit Anteilen von 5 bis 20 Prozent vertreten. In drei Gemeinden fehlt eine weibliche Vertretung im Gemeinderat vollständig.
Vergleich 2000 und 2005: der Anteil weiblicher Kandidierender steigt deutlich an und nähert sich vermehrt der 35-Prozent-Marke. Parallel dazu nimmt der Anteil gewählter Gemeinderätinnen leicht zu. Erstmals besteht der Gemeinderat einer Gemeinde nahezu aus gleich vielen Frauen (46%) wie Männern (54%).
Vergleich 2005 und 2010: der Anteil von Kandidatinnen bleibt weitgehend stabil und jener der Gemeinderätinnen nähert sich vermehrt der 30-Prozent-Marke. Zudem ist erstmals in jedem Gemeinderat mindestens eine Frau vertreten.
Vergleich 2010 und 2015: sowohl der Anteil der kandidierenden Frauen als auch jener der gewählten Gemeinderätinnen steigen erneut an. In zwei Gemeinden überschreitet der Frauenanteil unter den Kandidierenden erstmals die 45-Prozent-Marke, während sieben Gemeinden einen Frauenanteil von mindestens 40 Prozent in ihren Gemeinderäten aufweisen.
Vergleich 2015 und 2020: die Geschlechteranteile bei den Kandidaturen bleiben weitgehend stabil, während der Frauenanteil in den Gemeinderäten weiter zunimmt. Erstmals verfügt eine Gemeinde über eine weibliche Mehrheit im Gemeinderat. In einer weiteren Gemeinde kandidieren erstmals gleich viele Frauen wie Männer.
Im Jahr 2025 liegt der Anteil weiblicher Kandidierender in allen Gemeinden bei über 30 Prozent. Entsprechend weist die Mehrheit der Gemeinderäte einen Frauenanteil zwischen 25 und 35 Prozent auf. Erstmals sind in einem Gemeinderat gleich viele Frauen wie Männer vertreten.
Die Anteile der kandidierenden Frauen und Männer basieren auf der absoluten Anzahl der Kandidierenden auf Landesebene.
Die Geschlechterverteilung unter den Kandidierenden ist deutlich unausgewogen. Der Anteil männlicher Kandidierender liegt über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg konstant bei mehr als drei Vierteln. Der Frauenanteil überschreitet in den Stichjahren 2005 und 2020 jeweils ein Fünftel und steigt bis 2025 auf knapp ein Viertel an.
Der zeitliche Verlauf der Kandidaturen beider Geschlechter weist in absoluten Zahlen einen ähnlichen Trend auf. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern erreichte die Anzahl der Kandidierenden im Jahr 2005 ihren Höchststand, bevor sie in den Folgejahren wieder abnahm. Nur zwischen 2015 und 2020 verhielten sich die Geschlechter bei den Kandidaturen verschieden: während die Zahl an kandidierenden Männern um 17 sank, stellten sich 8 Frauen mehr für das Bürgermeisteramt im Stichjahr 2020 zur Wahl.
Die Südtirol-Landkarte zeigt in welchen Gemeinden eine Bürgermeisterin bzw. ein Bürgermeister gewählt wurde. Die schwarzen Umrandungen kennzeichnen die Bezirksgemeinschaften Südtirols.
Die Zahl der Bürgermeisterinnen nimmt im Beobachtungszeitraum kontinuierlich zu und steigt von zwei im Stichjahr 2000 auf 17 im Jahr 2025 an.
Insgesamt wurden in den betrachteten Stichjahren 696 Gemeindewahlen analysiert. In Summe wurden 56-mal Frauen und 640-mal Männer in das Bürgermeisteramt gewählt. Die meisten Frauen wurden in der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt gewählt mit 19 gewonnenen Wahlen, gefolgt von der Bezirksgemeinschaft Überetsch Unterland mit 15 gewonnenen Wahlen von Frauen.
Die Kreisdiagramme zeigen die Anteile von weiblichen und männlichen Kandidierenden der einzelnen Parteien bzw. von Eurac Research zusammengefassten Gruppen im Vergleich. Die Größe der einzelnen Diagramme basiert auf der absoluten Anzahl an Kandidierenden, somit bedeutet ein größeres Diagramm, dass mehr Kandidierende für die Partei antraten als bei einem kleineren Diagramm.
Das Balkendiagramm auf der zweiten Seite visualisiert die Anteile von Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien bzw. Gruppe über die Stichjahre.
In den verschiedenen Parteien bzw. von Eurac Research erstellten Gruppen sind weibliche und männliche Kandidierende nicht gleich stark repräsentiert. Die Grüne-Verdi-Vёrc und Team K stellen nahezu gleich viele Frauen und Männer zur Wahl, jedoch ist deren Anzahl an Kandidierenden verglichen mit anderen Parteien im Verhältnis gering. Dagegen stellen die Südtiroler Volkspartei gefolgt von den Bürgerlisten in absoluten Zahlen am meisten Frauen und Männer zur Wahl.
Der dargestellte Wahlerfolg basiert auf dem Anteil der Gewählten unter den Kandidierenden nach Geschlecht und Stichjahr.
Das Säulendiagramm auf der zweiten Seite zeigt die absolute Anzahl der gewählten Frauen bzw. Männer.
Der Wahlerfolg von Frauen und Männern ist bei der Südtiroler Volkspartei jeweils am höchsten. Für männliche Kandidierende liegt der Wahlerfolg bei Die Freiheitlichen, Süd-Tiroler-Freiheit, Lega und Bürgerlisten im beobachteten Zeitraum zeitweise über 30 Prozent. Weibliche Kandidierende verzeichnen ihre höchsten Wahlerfolge mit mehr als 20 Prozent ebenso bei Bürgerlisten, Die Freiheitlichen und Süd-Tiroler Freiheit.
In absoluten Zahlen werden die meisten Gemeinderätinnen und Gemeinderäte bei der Südtiroler Volkspartei und den Bürgerlisten gewählt.
Das Autonomiestatut sieht vor, dass jede Sprachgruppe Anspruch auf Vertretung im Gemeindeausschuss hat, sofern sie im Gemeinderat mit mindestens zwei Sitzen vertreten ist. Die Zusammensetzung der Gemeinderäte nach Sprachgruppen lässt sich anhand der namentlichen Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung bzw. -angliederung erheben. Sie ist in Südtirol Voraussetzung für das passive Wahlrecht bei Gemeindewahlen. Bereits bei Einreichung der Kandidat/innenliste muss für alle Kandidat/innen die jeweilige Sprachgruppenzugehörigkeit oder -angliederung angegeben werden.
Die hier vorgestellten Zahlen zur Vertretung der Sprachgruppen in den Gemeinderäten wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts des Center for Autonomy Experience (Eurac Research) von den einzelnen Gemeinden übermittelt für die drei Sprachgruppen als prozentuelle Anteile ausgewertet.
Die Sprachgruppenzählung ermittelt die Stärke der deutschen, italienischen und ladinischen Sprachgruppen. Sie bildet die Grundlage für die Verteilung der Stellen im öffentlichen Dienst nach dem sogenannten ethnischen Proporz, das heißt entsprechend dem zahlenmäßigen Verhältnis der drei Sprachgruppen. Die Zählung findet in der Regel alle zehn Jahre statt, zuletzt 2023/2024. Alle in Südtirol ansässigen italienischen Staatsbürger/innen müssen in anonymer Form ihre Zugehörigkeit zu einer bzw. Angliederung an eine der drei Sprachgruppen erklären.
Die derzeitige prozentuale Zusammensetzung der Sprachgruppen in Südtirol beträgt 68,6 Prozent für die deutsche, 27 Prozent für die italienische und 4,4 Prozent für die ladinische Sprachgruppe. Im Vergleich zum Jahr 1971 zeigt sich somit ein Zuwachs der deutschen und ladinischen Sprachgruppe um 5,6 bzw. 0,7 Prozentpunkte, während die italienische Sprachgruppe einen Rückgang von 6,3 Prozentpunkten verzeichnet. Bei der letzten Sprachgruppenzählung verzeichnete die italienische Sprachgruppe erstmals wieder einen leichten Anstieg von 0,92 Prozentpunkten.
Die Ergebnisse der letzten Sprachgruppenzählung geben einen Anhaltspunkt für das demografische Gewicht der deutschen Sprachgruppe und ermöglichen eine Einordnung ihrer politischen Repräsentation.
Die Südtirol-Karte zeigt, ob die deutsche Sprachgruppe in den aktuellen Gemeinderäten (Stichjahr 2025) und den vorherigen Gemeinderäten vertreten ist. Auf der zweiten Seite wird der prozentuale Anteil der Sprachgruppe in den Gemeinderäten dargestellt.
Die deutsche Sprachgruppe ist derzeit in 108 der 116 Südtiroler Gemeinderäte vertreten.
Die Ergebnisse der letzten Sprachgruppenzählung geben einen Anhaltspunkt für das demografische Gewicht der italienischen Sprachgruppe und ermöglichen eine Einordnung ihrer politischen Repräsentation.
Die Südtirol-Karte zeigt, ob die italienische Sprachgruppe in den aktuellen Gemeinderäten (Stichjahr 2025) und den vorherigen Gemeinderäten vertreten ist. Auf der zweiten Seite wird der prozentuale Anteil der Sprachgruppe in den Gemeinderäten dargestellt.
Die italienische Sprachgruppe ist derzeit in 32 Gemeinden im Gemeinderat vertreten. Bei den vorherigen Gemeindewahlen waren es 33.
Die Ergebnisse der letzten Sprachgruppenzählung geben einen Anhaltspunkt für das demografische Gewicht der ladinischen Sprachgruppe und ermöglichen eine Einordnung ihrer politischen Repräsentation.
Die Südtirol-Karte zeigt, ob die ladinische Sprachgruppe in den aktuellen Gemeinderäten (Stichjahr 2025) und den vorherigen Gemeinderäten vertreten ist. Auf der zweiten Seite wird der prozentuale Anteil der Sprachgruppe in den Gemeinderäten dargestellt.
Neben den Gemeinden der ladinischen Täler ist die ladinische Sprachgruppe auch in drei weiteren Gemeinden vertreten, die administrativ bzw. statistisch nicht den ladinischen Tälern zugerechnet werden. In den ladinischen Gemeinden gehört lediglich ein Gemeinderatsmitglied nicht der ladinischen Sprachgruppe an.
Für die Bewertung der Vertretung der Sprachgruppen im aktuellen Gemeinderat (Stichjahr 2025) werden die Daten der Sprachgruppenzählung 2023/2024 als Referenzwert herangezogen. Sie dienen als Vergleichsmaßstab für eine Über- oder Unterrepräsentation der jeweiligen Sprachgruppe im Gemeinderat.
Die Färbung der Gemeinden visualisiert, ob die jeweilige Sprachgruppe im Gemeinderat gegenüber der Sprachgruppenzählung in der Gemeinde unter- (rot) oder überrepräsentiert (blau) ist.
In 100 Gemeinden liegt der Anteil der deutschen Sprachgruppe im aktuellen Gemeinderat über dem Referenzwert der Sprachgruppenzählung, in 16 darunter. In 109 Gemeinden liegt der Anteil der italienischen Sprachgruppe im aktuellen Gemeinderat unter dem Referenzwert der Sprachgruppenzählung.